Störungsbilder

Logopädie ist Teil der medizinische Grundversorgung. Unsere Tätigkeit umfasst die Prävention und Beratung sowie die Untersuchung und Behandlung von Sprach-, Sprachentwicklungs-, Sprech-, Stimm-, Schluck- und Redeflussstörungen.
Als Logopäden sind wir weisungsgebunden. Diagnostisch und therapeutisch dürfen wir erst nach Ausstellung einer ärztlichen Verordnung tätig werden. Verordnen dürfen z.B. Kinderärzte, Hals-Nasen-Ohrenärzte, Phoniater, Neurologen, Hausärzte, Kieferorthopäden, Zahnärzte und Psychologen.

Orofaciale Dysfunktion - Myofunktionelle Störung

Eine orofaciale Dysfunktion oder myofunktionelle Störung ist eine Störung der orofacialen Muskulatur (Wangen-, Lippen- und Zungenmuskulatur), die häufig mit Zahn- und Kieferfehlstellungen verbunden ist. Häufige Merkmale sind Austritt von Speichel, fehlender Mundschluss, Mundatmung oder Vorverlagerung der Zunge (an oder zwischen die Zähne während des Schluckens und / oder des Sprechens).

Orofaciale Dysfunktion - Myofunktionelle Störung

Dyslalie- Aussprachestörung

Der Begriff Dyslalie oder Aussprachestörung steht für eine von der Altersnorm abweichende Lautbildung. Dabei werden von den Kindern einzelne Laute ausgelassen (z. B. „bau“ statt „blau“), fehlerhaft gebildet oder durch andere Laute ersetzt (z. B. „tomm“ statt „komm“). Je nachdem, wie viele Laute betroffen sind, spricht man von einer partiellen (ein oder zwei Laute), multiplen (mehrere Laute) oder universellen (fast alle Laute) Dyslalie.

Dyslalie- Aussprachestörung

Sprachentwicklungsverzögerung

Man spricht von einer Sprachentwicklungsverzögerung, wenn es zu einer zeitverzögerten kindlichen Sprachentwicklung (nach dem 18. Lebensmonat) in mehreren Sprachbereichen kommt. Betroffen sein können Artikulation, Grammatik, Wortschatz und Sprachverständnis. Häufig sind auch noch andere Entwicklungsbereiche (z. B. Feinmotorik) nicht altersgerecht entwickelt.

Sprachentwicklungsverzögerung

Sprachentwicklungsstörung

Bei einer Sprachentwicklungsstörung können wie bei der Sprachentwicklungsverzögerung die sprachlichen Bereiche der Artikulation, der Grammatik, des Wortschatzes und des Sprachverständnisses betroffen sein. Die Störungen in den einzelnen Sprachbereichen sind jedoch wesentlich massiver und halten sich nicht an die physiologischen Stufen der Sprachentwicklung.

Sprachentwicklungsstörung

Stottern – Balbuties

Stottern ist eine Störung des Redeflusses. Der Sprechablauf wird durch Toni (Blockaden und Dehnungen) und / oder Kloni (Wiederholungen von Lauten, Silben und Wörtern) unterbrochen. Bei chronischem Stottern werden diese primären Symptome häufig durch körperliche Symptome, z. B. Anspannungen der mimischen Muskulatur, Mitbewegungen, Errötung, Schwitzen und Vermeideverhalten (nicht ans Telefon gehen, im Unterricht nicht melden, keine Fragen stellen, etc.) begleitet.

Stottern - Balbuties

Dysphonie - Stimmstörung

Stimmstörungen sind Störungen der Stimmfunktion, die sich häufig in länger andauernder Heiserkeit manifestieren. Die Stimme ist wenig belastbar und kann rau und gepresst oder kraftlos und hauchig klingen. Oft gehen mit einer gestörten Stimmfunktion auch Missempfindungen einher (z.B. Kloßgefühl, Kratzen).
Stimmstörungen können funktionelle Ursachen (unökonomischer Stimmgebrauch, ungünstige Körperhaltung, ungünstige Umweltfaktoren) oder organische Ursachen (Knötchen, Entzündungen, Lähmungen der Stimmlippen z.B. nach einer Operation, etc.) zu Grunde liegen. Auch durch psychische Probleme und hormonelle Einflüsse können Stimmstörungen entstehen.

Stimmstörung - Dysphonie

Aphasie – Sprachstörung

Aphasie bedeutet „Sprachverlust“ und ist eine Bezeichnung für eine zentrale Sprachstörung nach einer Hirnschädigung bei abgeschlossenem Spracherwerb. Je nach Ort und Ausmaß der Schädigung im Gehirn können das Sprechen, das Verstehen, das Lesen und das Schreiben unterschiedlich stark gestört sein.

Aphasie, Sprachstörung

Dysarthrophonie – Sprechstörung

Dysarthrophonien treten auf, wenn die Verarbeitung des Sprechens im Gehirn z. B. durch einen Unfall oder durch eine neurologische Erkrankung wie einen Schlaganfall, Parkinson oder Multiple Sklerose gestört ist. Die Aussprache ist häufig sehr undeutlich, weil die Beweglichkeit von Lippen, Zunge und Gaumensegel eingeschränkt ist; auch Stimme und Atmung können betroffen sein.

Dysarthrophonie, Sprechstörung

Dysphagie – Schluckstörung

Bei einer Schluckstörung ist der normale Schluckvorgang gestört. Somit besteht die Gefahr, dass Speichel, Nahrung und Flüssigkeiten in die Atemwege gelangen. Dieses Verschlucken kann schlimmstenfalls Erstickungsanfälle und / oder eine Lungenentzündung verursachen. Gefährlich ist das Verschlucken insbesondere dann, wenn es vom Patienten selbst nicht gespürt wird, so dass es „still“ verläuft, also ohne Husten.